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Was die EUDI-Wallet für die Bauwirtschaft bedeutet

Deutschland wird die staatliche Brieftasche, die sogenannte Wallet mit Namen “d-you”, Anfang 2027 bereitstellen. Mit ihr sollen ein sicheres elektronisches Identifizieren, elektronisches Signieren und Siegeln sowie digitale Nachweise möglich werden. Nutzerinnen und Nutzer können sich dann online und offline ausweisen, ihre digitalen Dokumente selbst verwalten und souverän ihre Dokumente verwalten. Die Daten werden dabei verschlüsselt auf Endgeräten liegen. Die Nutzung von d-you ist freiwillig und kostenlos.

Starten wird d-you am 2. Januar 2027 mit rund 40 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Diese bringen konkrete Anwendungen mit. Die politische Steuerung liegt beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Die Entwicklung erfolgt in enger und agiler Zusammenarbeit von Staat, Forschung und Wirtschaft. Die Umsetzung verantwortet SPRIND – die Bundesagentur für Sprunginnovationen. Sie arbeitet dabei mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI, der Bundesdruckerei, dem Fraunhofer Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC, PwC Deutschland sowie Meiré und Meiré zusammen. Die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) ist die deutsche Umsetzung der eIDAS-Verordnung in der Fassung von 2024. Bis Ende 2026 müssen alle EU-Staaten mindestens eine kostenlose Wallet-App bereitstellen.

Für die Wirtschaft ist d-you ein Quantensprung, da es mit der Wallet erstmals eine digitale Identität gibt, die EU-weit mit Signatur, Siegel und Nachweisen gilt. Mögliche Anwendungsbereiche sind Behördengänge, die Kontoeröffnung oder die Nutzung von Online-Diensten.

Warum das Bauwesen darauf achten sollte

Auch für die Bau- und Immobilienwirtschaft schafft die Wallet eine wichtige Voraussetzung für verschiedene Anwendungsfälle. Akteure wie Subunternehmer auf Baustellen oder Prüfsachverständige können sich beispielsweise rechtssicher ausweisen.

Auch Qualifikationsnachweise für Grundkenntnisse im Bereich Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SGU-Prüfung), die auf vielen Industrie- und Großbaustellen Voraussetzung sind, können digital in der Wallet hinterlegt werden.

Ein weiteres, aktuelles Pilotprojekt zeigt einen anderen Anwendungsfall: Das BMDS testet gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Stadt Dresden die Wallet mit BundID und dem zentralen Bürgerpostfach. Verwaltungsleistungen sollen so digital, sicher und bundesweit nutzbar werden.

Ausblick: Die Wallet als Schlüssel auch für den Datenraum

Die digitale Identität soll auch in Datenräumen Vertrauen gewährleisten. Parallel zum Rollout der Wallet baut die deutsche Bauwirtschaft mit Construct-X einen föderierten Datenraum. Dieser soll einen schnellen, sicheren und souveränen Austausch von Daten zwischen den Akteuren des Planens, Bauens und Betreibens von Bauwerken ermöglichen.

Construct-X will die Produktivität der Bauwirtschaft steigern. Zehn Use Cases zeigen, wie Daten entlang der Wertschöpfungskette vernetzt werden können. Das Spektrum reicht dabei von Planung und Beschaffung über die Baustelle und Logistik bis hin zu Nachhaltigkeit und Betrieb. Im Mittelpunkt steht dabei konkrete Vorteile für die Praxis: effizientere Abläufe, widerstandsfähigere Prozesse und eine bessere Grundlage für nachhaltiges Handeln.

Die Synergie liegt auf der Hand, die Wallet erleichtert die Zusammenarbeit: Akteure können sich verifizieren lassen. Dies gilt auch für Nachweise und Signaturen. Der Datenraum regelt die souveräne Datennutzung. Wer im Construct-X-Ökosystem BIM-Modelle oder Nachhaltigkeitsdaten teilt, kann künftig auf die Wallet als Vertrauensschicht zurückgreifen.

buildingSMART Deutschland ist Teil von Construct-X und übernimmt für das Projekt insbesondere die Transfer- und Vernetzungsaktivitäten. 

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