Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen
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NRW will den digitalen Gebäuderessourcenpass

Am 29. Mai 2024 unterzeichneten Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Patrick Bergmann, Geschäftsführer von Madaster Germany, eine gemeinsame Absichtserklärung, die das erklärte Ziel hat, den digitalen Gebäuderessourcenpasses in Deutschland größtem Bundesland einzuführen. So soll eine belastbare, nachvollziehbare, vergleichbare sowie dauerhaft verfügbare digitale Dokumentation über Gebäuderessourcen geschaffen werden.

"Mit dem digitalen Gebäudepass wollen wir wissen, was in einem Gebäude steckt. Bislang steht der CO2-Verbrauch eines Gebäudes im laufenden Betrieb im Fokus. Zukünftig wird es darum gehen, den CO2-Fußabdruck eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus – einschließlich der Wiederverwendbarkeit seiner Teile – zu messen", sagte die Ministerin im Rahmen der Unterzeichnung. Dafür brauche es konkrete Kriterien und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit für alle Beteiligten, so Ina Scharrenbach weiter. Es komme nun darauf an, in der Baupraxis Erfahrungen zu sammeln. 

Erfahrung, die Madaster mitbringe, weshalb die Erklärung mit dem Unternehmen unterzeichnet worden sei. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin versteht sich als Plattform, über die automatisch digitale Gebäuderessourcenpässe erstellt werden können. Dazu werden Objektinformationen zusammen mit Asset-, Produkt- und Materialdaten digital gespeichert, angereichert, geteilt und verwaltet. So soll ein ganzheitlicher Zugang angeboten werden, um Material- und Produktdaten von Gebäuden und Infrastrukturprojekten im Neubau als auch im Bestand zu nutzen.

Im Rahmen der Antragstellungen für die öffentliche Wohnraumförderung 2024 können Antragstellende jetzt ihr Interesse bekunden, an der modellhaften Erprobung zur Erstellung von digitalen Gebäuderessourcenpässen teilzunehmen. Das Ministerium wird aus den Interessenbekundungen jeweils bis zu zehn Modellprojekte aussuchen.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Bestandsmodernisierungen, da die Erstellung von digitalen Gebäuderessourcenpässen für Bestandsimmobilien mit besonderen Herausforderungen verbunden ist.Grundlage ist die Förderrichtlinie „Öffentliches Wohnen 2024“ im Land Nordrhein-Westfalen.

Bei den ausgewählten Vorhaben geht es insbesondere darum, Erkenntnisse über Abläufe und Verfahrensweisen auf dem Weg zu einem standardisierten, digitalen Gebäuderessourcenpass zu erwerben. Dabei soll auf die Einfachheit und Praktikabilität in der Umsetzung ein besonderer Fokus gelegt werden. Madaster wird dabei gegenüber dem Ministerium bei der Erarbeitung von Standards und Definitionen sowie entsprechender Kriterienkataloge unterstützend wirken.

Der geschlossenen Kooperationsvereinbarung können Partnerinnen und Partner aus den am Bau beteiligten Organisationen und Verbänden sowie die Kommunalen Spitzenverbände durch gesonderte Unterzeichnung beitreten.