Konstrukteur bei der ArbeitEvgeniy Surzhan / Unsplash
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Neues Berufsbild „Bautechnischer Konstrukteur" rückt BIM ins Zentrum der Ausbildung

Ab dem 1. August 2026 löst der neue Ausbildungsberuf „Bautechnischer Konstrukteur/Bautechnische Konstrukteurin” den bisherigen Beruf des Bauzeichners ab. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Auftrag der Bundesregierung die Ausbildungsordnung grundlegend modernisiert. Das neue Berufsbild trägt dem tiefgreifenden Wandel Rechnung, den Building Information Modeling (BIM) in der Bau- und Infrastrukturplanung ausgelöst hat.

IFC ist Teil der neuen Ausbildungsordnung

Die Integration von BIM ist ein zentrales neues Element der Ausbildung. Anstelle einer sequenziellen Bearbeitung in getrennten Phasen steht künftig die kooperative und kollaborative Arbeit an einem gemeinsamen, integrierten 3D-Modell im Vordergrund. Die neue Berufsbildposition „Modellieren des Bauprozesses in digitalen Informationsmodellen” umfasst unter anderem das Verarbeiten von Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA), das Erstellen von BIM-Abwicklungsplänen sowie das Dokumentieren von Bauwerksinformationen über den gesamten Lebenszyklus. Zudem werden explizit Grundkenntnisse über den Aufbau offener Datenschemata zum Austausch digitaler Informationsmodelle, wie beispielsweise Industry Foundation Classes (IFC), bei der Nutzung von CAD-Systemen und dazugehörigen Datenbanken, vermittelt.

Drei Fachrichtungen lösen Schwerpunkte ab 

Die bisherigen Schwerpunkte werden zu drei klar definierten Fachrichtungen: Architektur, Ingenieurbau sowie Tief-, Verkehrswege- und Landschaftsbau. Die Umbenennung des Letzteren unterstreicht den Stellenwert der Verkehrswende. Ergänzt wird das Berufsbild durch die neue Position „Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaft im Planungsprozess", die Nachhaltigkeit strukturell in der Ausbildung verankert.

Gute Übernahmechancen und Möglichkeiten

Bundesweit werden derzeit mehr als 6.300 Fachkräfte in diesem Beruf ausgebildet. Diese hätten laut BIBB sehr gute Übernahmechancen und Anschlussmöglichkeiten bis hin zum Studium oder zur Fortbildung als zertifizierte Fachkraft für BIM-Management.

Die neue Ausbildungsordnung löst die Regelungen aus dem Jahr 2002 ab und wird durch einen abgestimmten Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz (KMK) ergänzt. Zudem veröffentlicht das BIBB eine Umsetzungshilfe in der Reihe „Ausbildung gestalten”, die ab November kostenlos auf der BIBB-Webseite abrufbar ist.