
Mittelstand benötigt Unterstützung bei Digitalisierung
Trotz Fortschritten bei der Digitalisierung brauchen mittelständische Unternehmen weiter Unterstützung im Aufholprozess. Dies ist das Fazit der Studie "Zukünftige Unterstützungsbedarfe des Mittelstandes in der digitalen Transformation" der iw Consult GmbH und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) im Auftrag des DLR Projektträgers für "Mittelstand-Digital“.
Ziel der Untersuchung war es, die Herausforderungen und Bedarfe des Mittelstands bei der Digitalisierung zu ermitteln um so die die Förderbedarfe der Unternehmen in den nächsten Jahren und Ansätze für Digitalisierungsmaßnahmen zu ermitteln. Beides soll den Unternehmen helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Heterogene Ausgangslage und heterogener Fortschritt
Aufgrund der heterogenen Ausgangslage bei steigender Komplexität der Digitalisierung sieht die Studie Ansätze zur Stärkung der Unternehmen in einer vermehrten Förderung der individuellen Beratung. Auch bei der tatsächlichen Umsetzung der Digitalisierung brauche der Mittelstand Unterstützung. Dabei sollten bestehende Angebote wie die „Mittelstand-Digital Zentren“ als Innovationstransfernetzwerk fortgeführt und ausgebaut werden.
Doch bei allen Herausforderungen: Die Digitalisierung schreitet seit 2015 kontinuierlich voran. Wobei die größeren Unternehmen deutlich weiter als kleinere sind. Aber auch innerhalb des Mittelstands und in den verschiedenen Bereichen der Digitalisierung existieren sehr große Unterschiede. So seien innovationsstarke Unternehmen weiter fortgeschritten als weniger innovative. Ebenso sind anlagenintensive Industrieunternehmen wegen der höheren Komplexität meist weniger weit bei der Digitalisierung als Dienstleistungsunternehmen.
Komplexe Prozesse bedeuten große Herausforderungen
Während einfacher zu implementierende Lösungen in vielen Fällen bereits als „Quick Wins“ realisiert sind, stellen die Digitalisierung komplexerer Prozesse sowie der Einsatz Künstlicher Intelligenz weiterhin große Herausforderungen für die Unternehmen dar. Auch die Einführung digitaler Geschäftsmodelle und Produkte ist der Studie zufolge verbesserungswürdig.
Die Untersuchung zeigt weiterhin, dass der Aufbau von Know-how und Unterstützung bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen ebenso wichtig sind wie die finanzielle Unterstützung der Unternehmen.
Die Hemmnisse bei der Digitalisierung im Mittelstand sind vielfältig: Projekte scheitern oft am Mangel an Zeit und Ressourcen; zudem stehen die Branchen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Während im Baugewerbe und im Handwerk die Faktoren Zeit und Fachkräfte zentrale Herausforderungen darstellen, liegen diese in der Industrie unter anderem in der zu bewältigenden Komplexität.
Identifizierung von Fördermöglichkeiten
In Deutschland existieren zahlreiche Förderangebote für die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Wichtige Felder sind dabei die themenspezifische Förderung von Forschung und Innovation, die Förderung des Wissens- und Technologietransfers sowie die Förderung von Investitionen.
Aus dem Abgleich der Förderbedarfe und -angebote ergeben sich der Studie zufolge Lücken, deren Adressierung die Digitalisierung stärker voranbringen könnte. So könnten beispielsweise KMU, die über wenig Zeit und Ressourcen verfügen, durch speziell auf sie zugeschnittene Programme beim schnellen Start in die Digitalisierung unterstützt werden. Bei der Einführung komplexerer Lösungen und digitaler Geschäftsmodelle wären Förderprogramme hilfreich, die Unternehmen beim Experimentieren mit neuen Lösungen helfen.