Die Visualisierung zeigt einen Blick auf Baufeld 1 der Quartiersentwicklung WEIDENBAUMS UFER in Hamburg-Bergedorf vom Schleusengraben aus. / © Swiss Life Asset Managers
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WEIDENBAUMS UFER

Lage: Hamburg-Bergedorf
Bauherr: Swiss Life Asset Managers Deutschland GmbH
BIM-Management: Formitas AG
Gesamtkoordination: Köster GmbH
BIM-Gesamtkoordination: Köster GmbH
Projektdauer: Seit 2024
BIM-Anwendungsfälle: 030, 020, 040, 050, 060, 110

BIM als strategischer Ansatz zur Steuerung von Planung und Realisierung

Swiss Life Asset Managers Deutschland implementiert seit 2019 Building Information Modeling als festen Bestandteil der eigenen Bauherrenorganisation. BIM wird dabei nicht als ergänzende Methode verstanden, sondern als strategischer Ansatz zur Steuerung von Planung und Realisierung. Auch beim Quartiersprojekt WEIDENBAUMS UFER in Hamburg-Bergedorf setzt Swiss Life Asset Managers von Beginn an auf BIM – nicht primär, um außergewöhnliche Komplexität zu beherrschen, sondern um Transparenz, Kosten- und Terminsicherheit sowie Innovationsoffenheit systematisch zu fördern.

Zentrales Element dieser Strategie ist das BIM-Modell selbst. Es wird bewusst ins Zentrum des Projekts gestellt und bildet die gemeinsame Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten. „Entscheidend ist, dass alle Projektbeteiligten über dieselbe, konsistente Informationsbasis sprechen. Das Modell ersetzt Interpretationen durch Klarheit“, beschreibt Christoph Haller von Swiss Life Asset Managers in Deutschland den Anspruch.

Klassische und erweiterte BIM-Anwendungsfälleaus einem Modell

Im Projekt WEIDENBAUMS UFER werden zunächst die klassischen BIM-Anwendungsfälle konsequent umgesetzt. Dazu zählen die objektorientierte Modellierung aller relevanten Fachdisziplinen sowie die regelmäßige modellbasierte Kollisionsprüfung auf der Grundlage offener Standards wie IFC und BCF. Diese stellt sicher, dass geometrische und funktionale Konflikte frühzeitig erkannt und gelöst werden, lange bevor sie auf der Baustelle wirksam werden.

Darüber hinaus dient das Modell als Grundlage für komplexere Prozesse. So werden die Modelle vom Generalunternehmer Köster für die modellbasierte Mengenermittlung genutzt und bilden eine belastbare Basis für Kalkulation und Vergabe. Gleichzeitig ermöglichen die einheitlichen Attribut- und Materialstrukturen die Durchführung von Nachhaltigkeitsanalysen direkt am Modell. Ökobilanzen und weitere Bewertungen konnten frühzeitig und nachvollziehbar durchgeführt werden, ohne aufwendige manuelle Datenübertragungen.

Das Modell als Plattform für Innovation

Über die etablierten Anwendungsfälle hinaus nutzt Swiss Life Asset Managers die BIM-Modelle auch auf Bauherrenseite für innovative Fragestellungen. Die digitalen Gebäudemodelle werden dabei über die bauherrenseitige CDE Konektor ausgewertet. Auf dieser Datenbasis werden bei Swiss Life Asset Managers immer wieder neue Methoden erprobt – etwa KI-basierte Analysen, mit denen unterschiedliche Szenarien systematisch analysiert und verglichen werden können.

Methodische Absicherung durch Formitas

Begleitet wird diese modellzentrierte Arbeitsweise seit mehreren Jahren durch die Formitas AG. Formitas unterstützt Swiss Life Asset Managers sowohl bei der Weiterentwicklung der BIM-Standards als auch bei der Sicherstellung der Modell- und Prozessqualität im Projekt. Als BIM-Manager sorgt Formitas dafür, dass die Modelle nicht nur technisch korrekt, sondern auch inhaltlich so strukturiert sind, dass sie für Analysen, Entscheidungen und innovative Anwendungen nutzbar bleiben.

„Der wahre Mehrwert entsteht, wenn das Modell nicht nur erstellt, sondern aktiv genutzt wird – für klassische Prozesse genauso wie für innovative KI-Anwendungsfälle“, so Alexander Dellen von Formitas.

Köster als Partner im BIM-Prozess

Eine besondere Rolle im Projekt WEIDENBAUMS UFER übernimmt die Köster GmbH. Köster verantwortet nicht nur die Ausführung, sondern übernimmt auch wesentliche Planungsleistungen. Damit ist das Unternehmen frühzeitig und intensiv in die modellbasierte Projektarbeit eingebunden. Planung, Koordination und spätere Realisierung greifen nahtlos ineinander.

Köster nutzt das BIM-Modell als zentrales Werkzeug für die eigene Planung und für die Abstimmung mit dem Bauherrn und den Fachplanern. Insbesondere die modellbasierte Mengenermittlung für Kalkulation und Projektsteuerung stellt einen wesentlichen Mehrwert dar. Voraussetzung hierfür ist ein informationsreiches, konsistentes Modell, das gemeinsam weiterentwickelt wird.

Durch die enge Zusammenarbeit entsteht ein partnerschaftliches Verständnis: Der Bauherr definiert die strategischen Ziele und Anforderungen, Köster bringt seine Planungs- und Ausführungskompetenz ein und entwickelt das Modell praxisnah weiter. Das BIM-Modell fungiert dabei als verbindendes Element zwischen Planung und Bau.

Fazit: Ein Modell – viele Mehrwerte

Swiss Life Asset Managers, Köster und Formitas zeigen, wie BIM als strategisches Instrument strukturiert und partnerschaftlich umgesetzt werden kann. Das BIM-Modell bildet die verbindende Grundlage zwischen Bauherrnstrategie, methodischer Qualitätssicherung und praxisnaher Planung und Ausführung. Diese Konstellation ermöglicht stabile Prozesse, fundierte Entscheidungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Anwendungsfälle – von der Planung bis in die Realisierung.

Über die Köster GmbH

Mit rund 2.000 Mitarbeitenden an über 20 Standorten gehört die Köster GmbH zu den führenden Familienunternehmen der deutschen Bauindustrie. Köster leistet Beratung sowie die Planung und die schlüsselfertige Realisierung von Hochbau- und Tiefbauprojekten. Ingenieurskunst, Erfahrung und Verlässlichkeit machen die Zusammenarbeit mit Köster als Baupartner für Projektentwickler, Investoren und Selbstnutzer von Immobilien gleichermaßen attraktiv.

Swiss Life Asset Managers Deutschland GmbH
Köln
Web: www.swisslife-am.com

Köster GmbH
Osnabrück
Web: koester-bau.de

Formitas AG
Aachen
Web: formitas.de