SchutzgalerieAbbildung 1: Auszug aus BIM-Modell / © Staatliches Bauamt Traunstein
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Planung und Bau einer Schutzgalerie mit der BIM-Methode

Lage: B 305 bei Schneizlreuth (Deutsche Alpenstraße) 
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Staatliches Bauamt Traunstein 
Projektdauer: 26 Monate 
Objektplanung: Dipl.-Ing. Bernd Gebauer Ingenieur GmbH 
Ausführung: HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H 
Gesamtkosten: 29,452 Millionen Euro 
BIM-Anwendungsfälle: 010, 040, 050, 060, 080, 090, 100, 110, 140, 150, 160, 170, 190

Die Deutsche Alpenstraße ist eine der ältesten Ferienstraßen Deutschlands und führt vom Bodensee bis nach Berchtesgaden. Diente die B 305 zur Zeit des Baus vornehmlich touristischen Zwecken, hat sie sich heute zur wichtigen Lebens- und Wirtschaftsader gewandelt.

Herausforderungen zwischen Inzell und Berchtesgaden

Die Streckenführung und der Ausbauzustand der B 305 zwischen Inzell und Berchtesgaden stammen größtenteils noch aus der Vorkriegszeit. Beim Bau wurden steile, steinschlag- und lawinengefährdete Hänge angeschnitten und durch Felsböschungen und Stützmauern gesichert. Risiken durch Naturgefahren fanden dabei wenig Berücksichtigung. Über 80 Jahre Betrieb mit steigendem Verkehrsaufkommen haben sichtbare Schäden an Straße, Entwässerung und Bauwerken hinterlassen. In einem etwa 450 Meter langen Abschnitt überlagern sich mehrere Naturgefahren, weshalb die Straße dort immer wieder gesperrt werden muss.

Schutzgalerie BIM

Abbildung 2: Rahmenbedingungen des Projektes

Bildcredit: Staatliches Bauamt Traunstein

Lösungsvariante Schutzgebiete

Aufgrund der Rahmenbedingungen kam letztlich nur eine Schutzgalerie auf der bestehenden Straße als Lösung infrage. Der Fluchtweg wird als talseitige Auskragung am Galeriebauwerk ausgeführt. Durch die kombinierte Nutzung als Geh- und Radweg kann eine attraktive Radwegeverbindung in topografisch anspruchsvollem Gelände geschaffen werden. Nach einem Starkregenereignis 2020 wurden die Stützmauern stark geschädigt. Die talseitige Unterkonstruktion der Galerie musste umgehend gebaut werden. Die fortgeschrittene BIM-Planung ermöglichte eine frühzeitige Umsetzung dieses Bauabschnitts.

BIM im Planungsprozess

Aufgrund der schwierigen Geländetopografie, der Naturgefahren- und Entwässerungsverhältnisse sowie des komplexen Baubetriebs war von Beginn an eine 3D-Planung vorgesehen. Die begrenzte Planungsfläche und die Vielzahl der in GIS simulierten Naturgefahrenprozesse erforderten einen stetigen und engen Austausch zwischen dem BIM-Modell und den GIS-Simulationsmodellen.
Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE), die als zentrale Plattform für Datenaustausch und Koordination diente. Dank klar definierter Workflows konnte ein reibungsloser und transparenter Informationsfluss sichergestellt werden.

BIM in der Bauausführung

Digitale Baustelle – Digitale Prozesse

Während der Bauphase werden digitale Prozesse konsequent eingesetzt, um die Bauausführung effizient und transparent zu gestalten. Die Umsetzung wird durch die Plattform Dalux Field unterstützt, die eine digitale Erfassung, Dokumentation und Nachverfolgung von Bauprozessen ermöglicht. Standardisierte Formulare bzw. Checklisten für Nachtragsmeldungen, Abnahmen (wie etwa Bewehrungsabnahmen) und Bautagesberichte sind auf der gemeinsamen Projektplattform hinterlegt und können sowohl mobil auf der Baustelle als auch im Büro bequem ausgefüllt und digital signiert werden. Durch integrierte digitale Freigabeprozesse mit klar definierten Rechten und Rollen wird eine einheitliche Dokumentation sichergestellt und die Qualitätssicherung unterstützt. Die erfassten Daten werden systematisch in einem Projektdashboard ausgewertet, um den Projektfortschritt nachvollziehbar darzustellen. So können Abweichungen frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Diese digitalen Prozesse steigern die Effizienz und gewährleisten einen reibungslosen Bauablauf.

Schutzgalerie BIM

Abbildung 3: Luftbildaufnahme Frühjahr 2025

Bildcredit: Bauamt Traunstein

Die Bayerische Staatsbauverwaltung

Die Bayerische Staatsbauverwaltung gehört zu den größten Auftraggebern der Bauwirtschaft im Freistaat. Über 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren jährlich mehr als 3,8 Milliarden Euro in Bau- und Infrastrukturprojekte in ganz Bayern. Vor Ort kümmern sich 22 Staatliche Bauämter um den staatlichen Hoch- und Straßenbau. Das Referat 64 „Building Information Modeling“ der Landesbaudirektion Bayern unterstützt die Staatlichen Bauämter bei der Einführung der BIM-Methode im Hoch- und Straßenbau.

Über das Staatliche Bauamt Traunstein

Der Fachbereich Straßenbau am Staatlichen Bauamt Traunstein ist verantwortlich für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung von insgesamt mehr als 800 Kilometern Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein sowie der Kreisstraßen im Landkreis Berchtesgadener Land. Für Betriebs- und Winterdienst sind die Straßenmeistereien in Bischofswiesen, Freilassing, Neuötting und Traunstein zuständig.

Staatliches Bauamt Traunstein

Staatliches Bauamt Traunstein
Rosenheimer Straße 7, 83278 Traunstein 
www.stbats.bybn.de