Modellansicht SIR / © Formitas AG mit freundlicher Genehmigung von medfacilities und UKL
 | Hier steckt BIM drin!, Best Practice, Planen, Bauen, Betreiben

Neubau Haus 7, 2. Bauabschnitt mit Strahlenmedizin, Innerer Medizin und Radiologie (SIR) am UKL

Lage: Zentrum‑Südost, Leipzig, Sachsen
Bauherr: Universitätsklinikum Leipzig A.R
Projektdauer: 2021 bis 2030
Planung: wörner traxler richter planungsgesellschaft mbH
BIM-Beratung: medfacilities GmbH
BIM-Strategie, -Management und -Gesamtkoordination: Formitas AG
Weitere Projektbeteiligte: ZWP Ingenieur-AG (TGA), mtp Planungsgesellschaft (Medizintechnik), Mayer-Vorfelder und Dinkelacker Ingenieurgesellschaft (Tragwerksplanung)
Gesamtkosten: 130 Millionen EUR
BIM-Anwendungsfälle: 050, 060, 080, 180, 200

Um den steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung abzudecken, wird das Klinikum an der Liebigstraße stetig erweitert. Neben einem von 2014 bis 2019 entstandenen Neubau „Haus 7 – Erweiterung klinischer Kernflächen“ soll zukünftig das „Haus 7-2.BA_SIR“ als direkter Anschlussbau den weiteren Flächenbedarf bedienen. Auf ca. 9.600 m2 Nutzfl.che entstehen über sechs Etagen Räume für Patientenaufnahme, Tagesklinik, Ambulanzen, Radiologie, Allgemeinpflege, Strahlentherapie und Innere Medizin.

Abbildung 1: Grundrissmodellschnitt SIR˝ 

Bildcredit: Formitas AG mit freundlicher Genehmigung von medfacilities und UKL

Koordination komplexer technischer Gewerke

Das Bauvorhaben Haus 7‑2. BA_SIR stellt ein hoch technisiertes BIM‑Projekt dar, bei dem die Koordination von rund 140 Teilmodellen aus Architektur, Tragwerk, Gebäudetechnik (TGA) und Medizintechnik erfolgen muss. Die hohe Anzahl ergibt sich durch die projektspezifische Anforderung, einzelne Modelle pro Geschoss zu exportieren. Jede Fachdisziplin liefert eigene Modelle, Geometrien, Parameter und spezifische Anschlussbedingungen, die in einem einheitlichen Koordinationsmodell zusammengeführt und auf Kollisionen geprüft werden. Besonders anspruchsvoll sind die umfangreichen TGA‑Anforderungen: Die zentrale Unterbringung von Strahlentherapie‑, Radiologie‑ und Labor‑Technik verlangt eine enge Abstimmung von Luft‑, Kälte‑, Strom‑ und Sicherheitssystemen unter Beachtung des Platzbedarfes. Die eingesetzten Geräte besitzen feste Positions‑ und Anschlussvorgaben, die exakt im Modell abgebildet werden müssen, um eine reibungslose Planung von Tragwerk, Haustechnik und Raumgeometrie zu ermöglichen.

Integration in die ARC und modellbasierteSUD-Planung

Eine weitere Herausforderung ist die Integration dieser Technik in Abhangdecken der Architekturplanung. Die Koordination aller notwendigen TGA-Systeme unter Berücksichtigung der Strangführungen, sp.teren Wartungszugänge und der zusätzlichen Anforderungen musste bereits in der Entwurfsphase möglichst genau geplant werden und wird aktuell in der Ausführungsplanung detailliert.

Abbildung 2: Visualisierung SIR˝ 

Bildcredit: wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh mit freundlicher Genehmigung vonmedfacilities und UKL

Um auch die Durchbruchsplanung bereits frühzeitig zu bedenken, wird diese modellbasiert abgewickelt. Die Technischen Gewerken liefern SUD Voids, die über eine vereinbarte Parametrik und iterative Prozesse koordiniert, abgestimmt und schlussendlich nach Freigabe in die Modelle der Architektur und Tragwerksplanung übertragen werden.

Optimierung der Modellperformance

Da parallel zusätzliche BIM-Projekte des Uniklinikums umgesetzt werden, müssen die BIM‑Modelle mit den Standards, Klassifizierungen und Datenstrukturen aller Projekte harmonisiert werden. Um die Gebäude in den bestehenden Campus einzubetten, ist eine präzise Georeferenzierung erforderlich. Hierzu wurde neben einem regul.ren Projektnullpunkt auch ein weiterer Campusnullpunkt festgelegt, der in allen Modellen darzustellen ist. Unter Berücksichtigung all dieser Herausforderungen entsteht ein robustes, interoperables Modell, das nicht nur die Planungsphase unterstützt, sondern auch die Ausführung, die Übergabe an das Facility Management und den langfristigen Klinikbetrieb sicherstellt.

Abbildung 3: Modellansicht SIR˝ 

Bildcredit: Formitas AG mit freundlicher Genehmigung von medfacilities und UKL

Das Modell als Grundlage für den Betrieb

medfacilities GmbH, medfacilities Betrieb GmbH, Formitas und zehn Fachbereiche des UKL führten Workshops durch, um abteilungsübergreifende und -spezifische Betriebsdaten für die Nutzung des BIM-Modells zu definieren. Alle Raum‑ und Funktionsdaten, Angaben zu technischen Anlagen sowie Wartungs- und Inspektionsparameter werden mit dem As-built-Modell auf Bauteilebene verknüpft. Informationen aus der bereits vorhandenen Softwarelandschaft von Liegenschaftsmanagement und technischem Betrieb sind im Modell dargestellt. So können Instandhaltungs‑ und Reinigungsarbeiten gezielt geplant, Anlangen bei Störungen schnell lokalisiert und Umbaumaßnahmen mit einer detaillierten Grundlage umgesetzt werden.

Formitas AG
Buchkremerstraße 4
52062 Aachen
https://formitas.de