Viega Hier steckt BIM drin ProjektAbbildung 1: Das knapp 3.000 quadratmeter große Seminar- und Vertriebscenter am Attersee ist ein Plus-Energie-Gebäude, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.
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Das österreichische Viega Seminar-und Vertriebscenter als Vorzeigeprojekt für digitales und nachhaltiges Bauen

Standort: Attersee, Österreich
Gesamtfläche: ca. 3.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläcke (BGF)
Seminarfläche: ausgelegt für mehr als 2.000 Besuchende pro Jahr; Verdopplung der bisherigen Schulungskapazität
Nutzung: Kombination aus Schulung- und Seminarzentrum sowie Vertriebsniederlassung; das Gebäude selbst dient als "lebendiger Schulungsinhalt".
Energieversorgung: Plusenergie-Gebäude: Erzeugt bilanziert mehr Energie, als es verbraucht:

  • Photovoltaikanlage (PV)
  • Geothermie-Nutzung (Erdwärme)
  • Wärmepumpentechnik und Bauteilaktivierung

Eröffnung: 2021

Auszeichnungen: von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) in Platin und von der österreichischen Regierungsinitiative klimaaktiv in Gold ausgezeichnet
BIM-Anwendungsfälle: 010, 020, 030, 040, 050, 060, 070, 080, 090, 130, 190, 200
 

Mit gutem Beispiel voran: das österreichische Viega Seminar- und Vertriebscenter als Vorzeigeprojekt für digitales und nachhaltiges Bauen

Das Viega Seminar- und Vertriebscenter am Attersee gilt als Treffpunkt der TGA-Branche in Österreich – und das aus vielen Gründen. Das 2022 eröffnete Gebäude ist ein Leuchtturmprojekt für die digitale und nachhaltige Zukunft des Bauens. Auch im Bereich Weiterbildung setzt es didaktische Maßstäbe: Das Seminarcenter ist selbst Schulungsinhalt. Neben der Viega World in Attendorn-Ennest ist es das zweite Gebäude, das Viega konsequent nach der Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) geplant und gebaut hat.

Von der Planung bis Facility Management – durchgängig Anwendung der BIM-Methode

Das knapp 3.000 quadratmeter große Seminar- und Vertriebscenter wurde mit hoher Detailtiefe entlang eines digitalen BIM-Modells geplant und während der Bauphase konsequent „As built“ nachgeführt. Planung, Bauausführung und späterer Betrieb basieren damit auf einer konsistenten, gewerkeübergreifenden Datenbasis. Diese durchgängige Anwendung der BIM-Methodik vereinfachte den Bauprozess und schaffte zudem die Grundlage für einen effizienten und transparenten Gebäudebetrieb. Denn sämtliche Gebäudedaten stehen dem Facility   Management heute „As built“ in einer nutzungs- und betriebsorientierten digitalen Datenbasis zur Verfügung. Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen lassen sich dadurch gezielt planen, frühzeitig koordinieren und ablaufoptimiert umsetzen, etwa indem Installationskomponenten direkt im Modell identifiziert und Maßnahmen darauf abgestimmt werden.  Voraussetzung dafür ist ein medienbruchfreier, durchgängiger Datenprozess von der Planung über die Bauphase bis in die Betriebsphase. Daraus ergeben sich wesentliche Vorteile, da ein Großteil der Gesamtkosten eines Gebäudes nicht während der Errichtung, sondern im Betrieb entsteht. Durch den Einsatz von BIM können diese Betriebskosten über ein datenbasiertes Facility Management gezielt optimiert und langfristig beträchtliche Einsparpotenziale realisiert werden.

Planung über den gesamten Gebäudezyklus

Bereits in der Planungsphase wurden neben funktionalen Anforderungen auch soziale, ökologische und ökonomische Aspekte über den gesamten Lebenszyklus hinweg berücksichtigt. Das Gebäude folgt einem Segmentkonzept, das eine flexible Anpassung an sich im Laufe der Zeit verändernde Anforderungen ermöglicht – ein entscheidender Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.  
In die Planung des österreichischen Seminar- und Vertriebscenters flossen zudem die Erkenntnisse aus der Planung der Viega World ein. Dadurch konnten Synergien bei der Erstellung zentraler BIM-Planungsdokumente genutzt werden.   

Als Beispiel sind zentrale (BIM-)Planungsdokumente für den BIM-Abwicklungsplan (BAP) und die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) zu nennen. Das führte zu einer um 80  Prozent schnelleren Bearbeitungszeit.

Energieeffizienz und Nutzerkomfort im Einklang

Das Seminar- und Vertriebscenter ist darüber hinaus ein Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen. Der kompakte, kubische Baukörper mit reduzierter Umfassungsfläche ist als Plus-Energie-Haus konzipiert, während die großzügige Glasfassade einen beeindruckenden Panoramablick über den Attersee und das Höllengebirge bietet. Die Gebäudehülle ist besonders luftdicht ausgeführt (Luftwechselrate n50 = 0,32 1/h). Die gezielt angeordneten Glasflächen tragen in Übergangs- und Wintermonaten zu einem hohen solaren Wärmeeintrag bei, wodurch der Heizenergiebedarf reduziert wird. Der verbleibende Energiebedarf wird über eine Geothermieanlage gedeckt. Hinzu kommt eine PV-Anlage auf dem Dach des Gebäudes, durch die der eigene Strombedarf besonders ressourcenschonend gedeckt wird. Für diesen schonenden Umgang mit Energie zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Gebäude mit dem „Platin“-Zertifikat aus; die österreichischen Regierungsinitiative „klimaaktiv“ mit „Gold“.

Gebäude selbst Schulungsinhalt

Das Seminar- und Vertriebscenter dient als Best-Practice-Beispiel und ist selbst Inhalt der Schulungen. Wasser- und Energiebedarf, externe Wärmeeinträge, interne Kühllasten, die Nutzungsphase oder die Geothermie werden   direkt am „lebenden“ Objekt nachvollziehbar. Die Inhalte der Seminare werden damit nicht nur theoretisch vermittelt, sondern lassen sich auch praxisnah nachvollziehen und erleben.

Abbildung 2: Viega hat das Gebäude konsequent nach der Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) entlang eines digitalen BIM-Models geplant und gebaut.

Abbildung 2: Viega hat das Gebäude konsequent nach der Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) entlang eines digitalen BIM-Models geplant und gebaut.

Abbildung 3: Das Gebäude ist selbst Schulungsinhalt: Die Installationstechnik wird so für die Besucher greifbar und erlebbar.

Über Viega

Viega ist Experte für gesundes Trinkwasser im Gebäude und zählt zu den Weltmarkt- und Technologieführern der Installationsbranche. Als qualitätsorientiertes Familienunternehmen mit international mehr als 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt das Unternehmen über 125 Jahre Erfahrung in der Gebäudetechnik. Kernkompetenzen sind der Erhalt und die Weiterentwicklung von Trinkwasserhygiene, Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit im Gebäude. An zehn Standorten weltweit entwickelt und produziert die Unternehmensgruppe über 17.000 Produkte und Systeme.

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